II: Skateboardstehen

Zweiter Tag: Ich dachte mir, wer von einem beinahe stehenden Board beinahe runterfällt, sollte als erstes mal lernen, von einem stehenden Board nicht runterzufallen. Also noch kein zweiter Anlauf, sondern erstes Anstehen, Trockenübung, Boardkennenlernen. Nebenweg im Park, um acht Uhr morgens dankenswert unfrequentiert und schattig – wie wir weiterhin lernen, auch um acht in der Früh ist es über sonnenbeschienenen asphaltierten Flächen derzeit schon zu heiß –, und da stehe ich dann so. Kippelig und doch wieder abgestiegen, kippelig mit ungünstiger Rückwärtstendenz, kippelig ohne Rückwärtstendenz, kippelig und bei jedem Fußumsetzen aufs Board starren, kippeln, kippeln kippeln, man kann dabei auch so tun, als stünde man lässig kippelnd herum und sähe so in die Gegend, während man auf irgendwen wartet, die Schnarchnase. Es ist ein bisschen wie früher als Kind, wenn man vorne im Auto saß und so tat, als würde man fahren, nur,  es macht mehr Spaß,weil das Auto sich ja nie wirklich bewegt hat.

Das ist jetzt etwas absurd, aber nur so rumzustehen macht schon schier glücklich, weil man auf alles, was man tut, eine Antwort bekommt, und erst passt nix zusammen, und dann versteht man sich langsam. Dann sind zwei der Räder mal in der Luft, ohne dass man deswegen ins Rudern geriete. Dann rollert man ein paar Meter. Dann steigt man ab und so normaler Boden, der sich nicht bewegt, sobald man sich selbst bewegt, fühlt sich irgendwie komisch an.

Dann bin ich mit fettem Grinsen und dem Board unterm Arm nach Hause gegangen.

Irgendwann wird es mich übrigens natürlich auf fiesem Asphalt übel hinlegen. Das jetzt schon zu wissen ist auch seltsam. Aber hat mich das früher mal davon abgehalten, Fahrradfahren zu lernen? Und war es besser so? Eben.