Übungen

Jenseits des Teichs machen zwei ihre Dehnübungen und plaudern dabei. Da sie manchmal fast einen halben Meter Abstand akustisch zu überbrücken haben und ich nur etwa zehn Meter weit entfernt bin, weiß ich jetzt:

Der Trainer verdient so seine 3,1, 3,2 netto im Monat, weil er nicht in die Rente einzahlt. Reich wird er nicht, aber lieber macht er das, was ihm Spaß macht.

Der Trainierte bekommt zu Januar jedenfalls die Gehaltserhöhung, da haben sie ja schon geredet, egal welche Position er dann genau hat. Aber, weißte ja: Wenn du dann mehr Geld kriegst, da gewöhnst du dich einfach dran, das merkst du ein paar Monate später gar nicht mehr. Es ist ja der Sinn, auf den es ankommt. Geld macht nicht glücklich. Ne, Geld macht nicht glücklich. Dir geht es um die Selbstverwirklichung, haste ja gesagt, ja genau.
Letzte Woche wollte der Kunde von ihm, dass sie das Spritzensystem, das sie schon an etliche andere Kunden in gerade Hülsen verbaut verkaufen, in eine ovale Hülse einpassen, quasi Designpreis. Aber genau das gleiche System!

Der Trainer findets echt unangenehm, sich selber in den Bauch zu stechen, dann lieber ins Bein.

Und die Arme entgegengesetzt kreisen zu lassen – einen nach vorne und den anderen nach hinten – ist gar nicht so einfach. Die kleine Tochter vom Trainer konnte es am Anfang auch nicht. Zwei Wochen später kam sie dann ganz stolz an, Papa, schau mal!, da hatte sie geübt und konnte es dann super.
Der Trainierte lacht etwas angestrengt, während die Arme so ein bisschen machen, was sie wollen, jedenfalls nicht gleichmäßig entgegengesetzt rotieren.

 
 
 
 
 
Der Buddha lächelt derweil in der Morgensonne, und zu seinen Füßen schwimmt ein besonders roter Fisch hin und her.
 
 

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Treibgut im Schwabinger Bach: Eine aufgedunsene Kastaniensemmel, hinterdrein ein Fisch, und jeder Versuch, von der überfischgroßen Semmel zu fressen, schubst sie noch schneller in der Strömung voran und voraus. Ich hoffe, er ist trotzdem satt geworden.

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Beinah völlig zusammenhanglose Bebilderung: Rot.